Die Ragginer Bauernärzte und ihre Zirbelkiefer-Heilkunst

Seit je her wird der Zirbelkiefer ihre gesunde Wirkung auf den Menschen nachgesagt. „Zirbelkiefer ist gesund“ heißt es schon lange im Volksmund, weshalb vor allem Bauern Betten, Möbel und ganze Stuben aus dem Holz der Kiefernart bauten. Noch heute werden Betten aus der Zirbelkiefer gefertigt, da ihr schlaffördernde Eigenschaften nachgesagt werden.
 
Im Lüsnertal in Südtirol lebte einst eine Bauernfamilie, welche aufgrund ihrer Heilkünste große Bekanntheit erlangte. Die sogenannten Ragginer Bauernärzte nutzten im Rahmen ihrer Heilpraktiken viele verschiedene Bergkräuter, aber vor allem machten sie sich Zirbelkiefer zu nutze. Über vier Generationen hinweg, von 1780 bis 1899, heilten die Ragginer Bauernärzte sowohl Mensch und Vieh mit ihrer Heilkunde.
 
Diese Tradition hat sich in Südtirol fortgesetzt. In einem Kupferkessel werden Äste, Nadeln und Zapfen der Zirbelkiefer gekocht, wodurch man ein Zirbelhydrolat beziehungsweise ein Zirbelöl gewinnt. Dieses wird heute noch von Ärzten bei Erkältungen und anderen Atemwegsbeschwerden, als auch bei Muskel- und Gliederschmerzen eingesetzt. Das Öl kann dabei auf die betroffene Stelle gerieben, aber auch inhaliert werden. Oft benutzt man das Zirbelöl auch im Rahmen eines Dampfbades, was die Atemwege befreien und den Puls senken soll.

Das Bett fürs Leben!