Worum geht es in diesem Artikel?
Unsere Auswahl reicht von steirischen Kindheitserinnerungen über poetische Baumtexte bis zur Kulturgeschichte des Holzes. Wir ordnen die Bücher nach Stimmung, damit Sie leichter entscheiden können, welche Geschichte heute zu Ihnen passt.
Das Wichtigste vorab zusammengefasst:
- Heimat und Berge finden Sie bei Rosegger, Seethaler und Stifter
- Hesse und Giono passen zu Abenden mit kürzeren Texten
- Powers erzählt weit ausgreifend, Radkau und Wohlleben richten den Blick auf Holz und Wald
- Zur Leseecke gehören für uns gutes Licht, ein Rückenkissen und Platz fürs Buch

Welche Bücher führen in die Heimat?
Rosegger, Seethaler und Stifter erzählen von Landschaften, die das Leben ihrer Figuren prägen. Ihre Bücher reichen von steirischen Erinnerungen bis zu rauen Bergtälern und dem Böhmerwald.
Die Brinellhärte ist ein Prüfverfahren, benannt nach dem schwedischen Ingenieur Johan August Brinell. Dabei wird eine harte Kugel mit definierter Kraft und über eine definierte Zeit in die Holzoberfläche gedrückt. Aus Kraft, Kugeldurchmesser und Größe des Abdrucks ergibt sich ein Wert in Newton pro Quadratmillimeter. Je höher der Wert, desto härter das Holz. Hölzer bis 20 N/mm² gelten als weich, bis 30 N/mm² als mittelhart, darüber als hart.
Peter Rosegger: Waldheimat
Mit Rosegger beginnen wir nah an unserer eigenen Heimat. Der steirische Schriftsteller, bekannt als „Waldbauernbub“, hält in seinen Erinnerungen bäuerlichen Alltag, Bräuche und Kindheitserlebnisse fest. „Waldheimat. Erinnerungen aus der Jugendzeit“ erschien 1877. Der Name verbreitete sich durch seine Texte so weit, dass er noch zu Roseggers Lebzeiten als regionale Bezeichnung in Landkarten aufgenommen wurde.
Uns gefällt daran die Aufmerksamkeit für das Einzelne. Höfe, Wege und Menschen ergeben eine Landschaft, die man beim Lesen nach und nach kennenlernt. Wenn Sie regionale Geschichten mögen, ist Rosegger unser erster Griff ins Regal.
Robert Seethaler: Ein ganzes Leben
Seethalers Roman von 2014 begleitet Andreas Egger durch ein entbehrungsreiches Leben in einem Bergtal. Er arbeitet als Hilfsknecht und beim Seilbahnbau. Mit der technischen Erschließung verändert sich seine vertraute Welt. Die Sprache bleibt knapp, auch wenn von Liebe und Verlust erzählt wird.
Wir würden dieses Buch wählen, wenn uns nach einer überschaubaren, ernsthaften Geschichte ist. Die Berge sind hier kein Postkartenmotiv. Sie bilden den Lebensraum eines Menschen, der anpackt und seinen Weg geht.
Adalbert Stifter: Der Hochwald
Stifters Erzählung erschien zuerst im Taschenbuch für das Jahr 1842 und 1844 in überarbeiteter Buchfassung. Vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges suchen zwei Schwestern Schutz in einem abgelegenen Wald. Eine Liebesgeschichte verbindet die vermeintliche Abgeschiedenheit mit dem Geschehen außerhalb.
Für diese Lektüre lassen wir uns Zeit. Wer ausführliche Landschaftsbeschreibungen schätzt, findet bei Stifter viele Seiten, auf denen Wald, Wasser und Licht den Ton bestimmen.
Was passt zu kurzen Leseabenden?
Hesses Baumtexte lassen sich einzeln lesen. Gionos kurze Erzählung folgt einem Schäfer, der über Jahrzehnte eine verödete Landschaft bepflanzt.
Hermann Hesse: Bäume. Betrachtungen und Gedichte
Die Sammlung im Insel Verlag vereint 39 Textauszüge und Gedichte. Hesse betrachtet Bäume als Bilder für Erinnerung, Vergänglichkeit und Wachstum. Dabei richtet er seinen Blick auf unterschiedliche Arten und auf die Spuren ihres Lebens.
Wir mögen solche Bücher auf dem Nachtkästchen. Sie können einen Text lesen, zurückblättern oder am nächsten Abend an einer anderen Stelle beginnen. Für einen Abend im Zirbenbett muss es nicht immer ein Roman mit hundert offenen Handlungsfäden sein.
Jean Giono: Der Mann, der Bäume pflanzte
Gionos Erzählung von 1953 handelt vom erfundenen Schäfer Elzéard Bouffier. Er pflanzt beharrlich Bäume in einer kargen Landschaft der Provence. Über viele Jahre verfolgt der Erzähler, wie daraus ein Wald entsteht.
Die Geschichte berührt ein Thema, das zu unserer Arbeit gehört. Wir verarbeiten Zirbenholz und engagieren uns für die Aufforstung von Zirbenwäldern. Gionos literarische Welt und unsere Pflanzprojekte bleiben unterschiedliche Dinge. Gemeinsam ist ihnen der Blick auf die Bäume von morgen.

Welche Bücher erzählen im großen Maßstab?
Powers verbindet Lebensgeschichten zu einem weit verzweigten Roman. Radkau erzählt Holzgeschichte, Wohlleben nähert sich dem Wald aus der Perspektive eines Försters.
Richard Powers: Die Wurzeln des Lebens
Menschen mit sehr unterschiedlichen Biografien finden zum Schutz alter Bäume zusammen. Powers erzählt von ihren Verbindungen, Entscheidungen und Konflikten. Der Roman erhielt 2019 den Pulitzer-Preis für Literatur.
Das ist unsere Wahl für mehrere lange Abende. Wer gern verschiedenen Figuren folgt und einen umfangreichen Roman auf dem Nachtkästchen liegen hat, findet hier reichlich Lesestoff.
Joachim Radkau: Holz
„Holz – Wie ein Naturstoff Geschichte schreibt“ aus dem oekom Verlag verfolgt die Kulturgeschichte des Materials von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Es geht um Menschen, ihre Werkzeuge, ihre Wirtschaftsweisen und ihren Umgang mit einem begehrten Rohstoff.
Für uns liegt darin eine passende Ergänzung zur täglichen Arbeit. Wer verstehen möchte, welchen Platz Holz in unserer Geschichte einnimmt, kann hier weit über Möbel und Tischlerhandwerk hinauslesen.
Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume
Der 2015 erschienene Bestseller ist der Wiedererkennungsanker unserer Auswahl. Wohlleben erzählt aus seiner Perspektive als Förster über Bäume und das Leben im Wald.
Wir nehmen ihn als zugänglichen Einstieg für Leserinnen und Leser auf, die lieber ein Sachbuch als einen Roman wählen. Im Regal steht er bei uns unter „Waldwissen“, während Radkau stärker zur Material- und Kulturgeschichte gehört.
Welches Buch passt zu Ihnen?
| Buch |
Stimmung |
Für wen es passt |
| Peter Rosegger: Waldheimat |
Heimatnah |
Für Freunde steirischer Geschichten |
| Robert Seethaler: Ein ganzes Leben |
Karg und berührend |
Für Leser knapper Lebensgeschichten |
| Adalbert Stifter: Der Hochwald |
Bildreich und tragisch |
Für Liebhaber ausführlicher Naturbeschreibungen |
| Hermann Hesse: Bäume |
Kurz und poetisch |
Für einzelne Texte zwischendurch |
| Jean Giono: Der Mann, der Bäume pflanzte |
Hoffnungsvoll |
Für Freunde kurzer Erzählungen |
| Richard Powers: Die Wurzeln des Lebens |
Weit verzweigt |
Für mehrere lange Romanabende |
| Joachim Radkau: Holz |
Kulturgeschichtlich |
Für Neugierige auf Material und Handwerk |
| Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume |
Anschaulich |
Für einen Einstieg ins Waldlesen |
Was erzählt das Holz am Bett?
Jahresringe und Maserung tragen Spuren des Baumwachstums. Herkunft und Verarbeitung geben dem fertigen Möbel seine weitere Geschichte.
Wenn Sie das Buch zur Seite legen, bleibt Holz in Reichweite. An einem Zirbenholzbett können Sie Maserung und Äste betrachten. Unsere Zirbe stammt aus den Nockbergen, die wir als größten Zirbenbestand der Alpen beschreiben. Verarbeitet wird sie in unserer familiengeführten Manufaktur zwischen Zirbitzkogel und Nockbergen.
Wir wählen das Holz aus und arbeiten seine Oberflächen sorgfältig aus. Was der Baum mitbringt, bleibt dabei sichtbar. Wer diesen Spuren genauer folgen möchte, kann anschließend Jahresringe lesen wie ein Buch – unseren bestehenden Lexikonbeitrag über die Geschichte im Stamm.
Für eine Leseecke im Schlafzimmer würden wir Folgendes bereitlegen: ein verstellbares Leselicht, Kissen im Rücken, eine Decke, ein Nachtkästchen für Buch und Tee samt Untersetzer sowie ein Lesezeichen. Passende Zirbenmöbel geben den Dingen ihren festen Platz neben dem Bett.

Fazit
Ein Wald lässt sich auf vielen Seiten entdecken: in Roseggers Heimatgeschichten, in Hesses Gedichten oder in Radkaus Holzgeschichte. Wir mögen diese unterschiedlichen Zugänge zu einem Material, mit dem wir täglich arbeiten. Ob Sie einzelne Gedichte lesen oder mehrere Abende mit einem Roman verbringen möchten – vielleicht liegt Ihre nächste Herbstlektüre schon bereit.
Zum Buch gehört ein Platz, an dem Sie gerne lesen. Wenn Sie Ihr Schlafzimmer neu gestalten möchten, beraten wir Sie zu unseren Zirbenbetten und passenden Nachtkästchen. In unseren Filialen können Sie das Holz ansehen, seine Oberfläche fühlen und die handwerklichen Details kennenlernen.