Der Bandscheibenvorfall

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Als Bandscheiben oder sogenannter Zwischenwirbel werden die Knorpelstrukturen zwischen dem Kreuzbein und dem zweiten Halswirbel bezeichnet. Diese dienen als wichtiger Puffer.

Inhaltsverzeichnis

    Der Bandscheibenvorfall – wann operiert werden sollte

    Würde man diese rein mechanisch betrachten, könnten sie auch gut als Beilagscheiben bezeichnet werden. Jeder Mensch hat insgesamt 23 davon. Allerdings gibt es durch die besonders starke Beanspruchung auch zahlreiche Möglichkeiten an Schäden an den Bandscheiben, welche mit starken Schmerzen und Beschwerden einhergehen können. Doch wann genau muss operiert werden und wann wird es nicht empfohlen?

    Interessant zu wissen:
    Die Höhe der Bandscheibe richtet sich nach der individuellen Belastung. So sind es im Bereich der Halswirbel nur rund 3 mm. Zwischen den Brustwirbeln sind diese bereits ca. 5 mm hoch und in der Lendengegend bereits ca. 7mm.

    Die Bandscheiben sind keilförmig und entsprechend der Wirbelsäulenkrümmung geformt. Dabei bestehen diese aus insgesamt zwei Teilen. Während der Kern gallertartig ist, ist der äußere Fassadenring eher groß gebaut. Bandscheiben haben die Aufgabe, als elastische Druckpolsterung zu dienen und den Körper bei der Beweglichkeit zu unterstützen.

    Ab einem Alter von ca. 30 Jahren kommt es zu unterschiedlichen Verschleißerscheinungen. Diese können schlussendlich im Bandscheibenvorfall enden.

    Der Bandscheibenvorfall beschreibt unterschiedliche Veränderungen

    Im Vorfeld sollte jeder wissen, dass nicht jeder Bandscheibenvorfall gleich ist. Unter diesen Begriff fallen also unterschiedliche Veränderungen in diesem Bereich. Diese Veränderungen reichen von kleinen Vorwölbungen, welche als „normale“ Abnutzung bzw. Verschleiß gelten bis hin zu einem zerrissenen und somit echten Bandscheibenvorfall.

    Beim Letzteren reißt ein Stück vom Knorpelanteil aus dem Gefüge und ist nach hinten gerutscht. Dort kann es nun zu starken Beschädigungen am Rückenmark kommen und auch die Nerven sind von einem Bandscheibenvorfall nun betroffen.

    Leider kann jedoch oft selbst im MRT kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen erkannt werden. Statistiken zufolge sind die meisten Vorfälle jedoch völlig normal und gehören zu den typischen Erkrankungen, die mit der Alterung folgen.

    Diese eher normalen Alterungserscheinungen sind allerdings auch nicht als Ursache für die starken Schmerzen in diesem Bereich verantwortlich. Ebenso natürlich auch nicht für ein eventuelles Taubheitsgefühl oder sogar Lähmungserscheinungen. Anders verhält sich das bei einem sogenannten zerrissenen Vorfall, welcher zu massiven Schäden führen kann und daher auch mit starken Schmerzen einhergeht.

    Neurochirurgen haben es mit drei in der Mythen zu tun, die sich wacker halten:

    • Ein Bandscheibenvorfall muss nur noch sehr selten operiert werden
    • Eine Operation steht nur dann im Raum, wenn der Patient unter Lähmungserscheinungen leidet
    • Eine Bandscheibe kann auch konservativ geheilt werden

    Wie bereits geschrieben, handelt es sich hier um Mythen, welche sich in der Vergangenheit festgesetzt haben. Schaut man sich den ersten Punkt an, so kann dieser schnell widerlegt werden. Die Anzahl der Operationen an der Bandscheibe haben sich weder Österreich noch international großartig verändert.

    Des Weiteren kann eine Operation auch ohne Lähmungserscheinungen erfolgen und dringend notwendig sein. Das liegt daran, dass einige Patienten an besonders starken Schmerzen leiden. In diesen Fällen ist trotz fehlender Lähmung eine schnelle Operation unausweichlich.

    Es stimmt, dass ca. die Hälfte der „echten“ Bandscheibenvorfälle auch so wieder heilen. Das ist jedoch nicht durch irgendeine besondere Therapie möglich, sondern lediglich durch Zeit.

    Als Veranschaulichung: Ein Bandscheibenvorfall kann von außen her ebenso wenig beeinflusst werden, wie ein störender Stein im Schuh. Allerdings kann das losgelöste Knorpelteil nach und nach kleiner werden und schrumpfen. In einigen Fällen verschwindet es sogar vollkommen und bei einigen Patienten sind die Beschwerden komplett weg.

    Allerdings ist bei einigen Patienten auch die Operation unabwendbar. Bei dieser geschieht im Prinzip das Gleiche. Mit Hilfe von einem Mikroskop werden unter Narkose die abgebrochenen Stücke entfernt.

    Dank der schonenden mikrochirurgischen Technik kommt es bei den Operationen nur sehr selten zu Komplikationen. Vereinzelt kann es jedoch zur Bildung von Hämatomen kommen und auch der Infekt ist nie komplett auszuschließen. Die Operation an der Lenden- und Brustwirbelsäule wird von hinten durchgeführt, während eine Operation an der Halswirbelsäule in der Regel von vorne vorgenommen wird.

    Stärkung der Muskeln als wichtige Maßnahme

    Ob nun mit oder ohne eine Operation, besonders wichtig ist die gezielte Stärkung der Muskulatur im betroffenen Bereich. So lassen sich Rückfälle minimieren und Probleme lindern. So raten Experten dazu, bei Schmerzen direkt zu reagieren. Viele Bandscheibenvorfälle konnten mit einem direkten und gezielten Muskelaufbautraining abgewehrt werden.

    Hierfür gibt es spezielle Rückenkurse in Sportzentren und auch Schwimmtraining tut dem Körper bzw. dem Rücken sehr gut. Wer Schmerzen im Rücken, dem Nacken oder allgemein verspürt, sollte dringend einen Arzt aufsuchen und sich hier dringend beraten lassen. Weiters ist die passende Schlafunterlage, sogenannte Schlafsysteme, ein wichtiger Faktor für die Regeneration der Wirbelsäule im Schlaf.

     

     

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