Pinosylvin - Der Wirkstoff der Zirbe

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Zirbenholz wird von vielen Menschen aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften besonders geschätzt. Die Tradition, Zirbenholz in Wohn- und Schlafräumen zu verwenden, reicht weit zurück. Besonders im alpenländischen Raum kommt die Zirbe als Holzlieferant häufig zum Einsatz.

Aber was steckt eigentlich dahinter - oder vielmehr, welcher Inhaltsstoff macht Zirbenholz so begehrt? Forscher haben die Zirbe untersucht und belegen wissenschaftlich, dass das enthaltene Pinosylvin für die zahlreichen Wirkungen verantwortlich sein kann.


Inhaltsverzeichnis

Was ist Pinosylvin?
Wo kommt Pinosylvin vor?
Wie wird Pinosylvin gewonnen?
Welche Wirkung hat Pinosylvin?

Was ist Pinosylvin?

Pinosylvin ist eine chemische Verbindung, die im Kernholz der Zirbe vorkommt. Aus chemischer Sicht handelt es sich um ein Stilbenoidtoxin. Die chemische Formel lautet C14 H12 O2, die Zuordnung heißt 3,5-Stilbendiol. Als Fungitoxin schützt Pinosylvin das Holz vor Pilzbefall.

Wo kommt Pinosylvin vor?

Das Hauptvorkommen findet man bei den Zirben. Die Zirbe ist auch unter den Bezeichnungen Zirbelkiefer, Arbe, Arve oder Zirbel bekannt. Der Baum kann extrem alt werden, es gibt Zirben mit einem Lebensalter bis zu 1000 Jahren.

Andere Baumarten aus der Familie der Kieferngewächse können ebenfalls Pinosylvin enthalten. In den Alpen, den Karpaten und der Hohen Tatra wächst die Sorte Pinus Cembra, in Sibirien dagegen die Sorte Pinus Sibirica. Die Lebensbedingungen in den einzelnen Regionen sind zwar ähnlich. Zirben wachsen in großer Höhe, sie kommen mit kargen, sauren Böden und mit sehr tiefen Temperaturen gut zurecht.

Zirbelkiefern aus dem Alpenraum enthalten jedoch eine viel höhere Konzentration an Pinosylvin als Zirben aus den östlichen Regionen wie zum Beispiel Russland. Dadurch ist dieses Holz auch viel günstiger als originales, österreichisches Zirbenholz. Achten Sie deshalb immer auf die Herkunft.

Achten Sie immer auf die Herkunft des Zirbenholzes.

Wie wird Pinosylvin gewonnen?

Pnosylvin ist gasförmig, die Gewinnung also dementsprechend schwierig.

Die gute Nachricht: Der Inhaltsstoff ist auch im Zirbenöl nachweisbar. Für die Herstellung von Zirbenöl ist ein langer, aufwendiger Prozess notwendig. Der Ertrag ist eher gering, das Öl ist aber sehr ergiebig.

So funktioniert die Gewinnung von Zirbenöl:
Zunächst wird die ganze Zirbe gefällt und im Sägewerk zerteilt. Etliche Bretter gehen weiter zum Tischler, sie sind für die Möbelherstellung bestimmt. Anschließend wird das restliche Holz mit allen Ästen Nadeln zu feinen Hackschnitzeln zerkleinert. In einem Spezialofen wird den Holzschnitzeln mittels Wasserdampf das ätherische Öl entzogen.

Das Hackgut kann nach der anschließenden Trocknung als Heizmaterial verwendet werden. Das gewonnene Zirbenöl ist zu 100 Prozent rein und natürlich. Für einen Liter ätherisches Zirbenöl braucht man eine Tonne Hackmaterial. Das klingt nach viel - aber keine Sorge! Der Bestand an Zirben ist sehr groß.

Die österreichische Forstwirtschaft berichtet, dass ein Ausdünnen des Bestandes und ein Verbrauch an Zirben sogar sinnvoll ist. In Tirol liegt zum Beispiel der jährliche Zuwachs an Zirbenholz durchschnittlich bei 40.000 Festmetern. Geerntet wurden aber nur rund 7.000 Festmeter pro Jahr.

Welche Wirkung hat Pinosylvin?

In Zirbenholz ist bis zu 0,5% Pinosylvin enthalten. Der erste Wirkkomplex zeigt sich bereits in der Natur. Das Pinosylvin verhindert, dass Bakterien und Pilze den Bäumen schaden können. Im Haus fällt zunächst der aromatische Duft auf. Weich, rund und voll, vergleichbar mit Kiefernnadeln, die in der Herbstsonne trocknen, so lässt sich der Geruch am ehesten beschreiben.

Teilweise kommen Anklänge von Vanille oder blumige Noten dazu. Wer Zirbenholz einmal gerochen hat, wird den typischen Duft immer wieder erkennen!

Pinosylvin wirkt antibakteriell, deshalb können Brettchen aus Zirbenholz bedenkenlos in der Küche und für eine zünftige Brotzeit verwendet werden. Der Wirkstoff vertreibt Mücken, Fliegen und Motten. Gerade bei der Vorbeugung gegen Kleidermotten ist die Wirkung des Pinosylvins höher als beim klassischen Anti-Motten-Holz, dem Zedernholz.

Außerdem hat Zirbenholz mit dem enthaltenen Pinosylvin positive Wirkungen auf das Schlafverhalten und das Herz-Kreislaufsystem. Es wirkt beruhigend und stimmungsaufhellend. Wer an Wetterfühligkeit leidet, kann die Beschwerden eindämmen, indem Schlaf- und Wohnräume mit Zirbenholzmöbeln, oder Wandverkleidungen aus Zirbe ausgestattet sind.

Lesen Sie dazu auch die Studie über Zirbenholz

Auch kleinere Elemente wirken positiv: Zirbenkissen, Holzwürfel aus Zirbe oder Zirbenspäne in einer Holzschale verbreiten den angenehmen Duft und bringen die günstigen Eigenschaften in den Raum. Sollte bei Zirbenspänen der Duft eines Tages schwächer werden, hilft ein Besprühen mit dem ätherischen Zirbenöl, das ebenfalls Pinosylvin enthält.

Der Schlaf in einem Bett aus Zirbenholz wird von vielen als besonders erholsam angesehen. Hier kommt das vegetative Nervensystem zur Ruhe. Das Joanneum Reseach Institut hat in einer randomisierten blinden Verlaufsstudie mit 15 gesunden Probanden, die in einem Zeitraum von ca. 3 – 4 Wochen im Wechsel in einem Zirbenholzbett, in ihrem eigenen Bett und in einem Holzdekorbett schliefen, die Auswirkungen des Schlafes in einem Zirbenholzbett auf die Herzfrequenz und das Befinden untersucht. Es wurde festgestellt, dass die Herzfrequenz im Zirbenbett im Vergleich zu einem herkömmlichen Holzdekorbett niedriger ist. Im Vergleich zum Schlaf in einem herkömmlichen Bett sollen bis zu 3.500 Herzschläge "eingespart" werden - das entspricht etwa einer ganzen Stunde Herzarbeit1. Die wissenschaftliche Fundiertheit der Studie wird zum Teil bezweifelt².

Es bleibt abzuwarten, ob die Ergebnisse der Studie durch noch besser dokumentierte Studien an größeren Teilnehmerzahlen bestätigt werden. Eine weitere Massivholzstudie in Kombination mit Zirbe beschreibt mit 58 Probanden ähnliche positive Effekte³.

Bewohner aus den Alpenregionen der Schweiz, Österreich und Deutschland schätzen jedenfalls vielfach das wertvolle Holz und sind der Meinung, dass das enthaltene Pinosylvin positiven Einfluss auf den menschlichen Organismus und das Raumklima habe. 

Zirbenbett


1 Studie des Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH, Institut für Nichtinvasive Diagnostik, Weiz/Österreich, Grote V., Lackner H., Muhry F., Trapp M., Moser M. „Evaluation der Auswirkungen eines Zirbenholzumfeldes auf Kreislauf, Schlaf, Befinden und vegetative Regulation“, 2003.

2 siehe Artikel B. Kerschner, „Zirbenholz: Waldgeruch als Schlafhilfe?“, abrufbar unter www.medizin-transparent.at/zirbenholz-waldgeruch-als-schlafhilfe

3  Studiedes Human Research Institut für Gesundheitstechnologie und Präventionsforschung GmbH, Weiz/Österreich, Grote V., Avian A., Frühwirth M., Hillebrand C., Köhldorfer P., Messerschmidt D., Resch V., Schaumberger K., Zeiringer C., Mayrhoffer M., Moser M., „Gesundheitliche Auswirkungen einer Massivholzausstattung in der Hauptschule Haus im Ennstal“, 2009, Kurzfassung abrufbar unter http://humanresearch.at/newwebcontent/wp-content/uploads/2012/11/pfd_Schule_ohne_Stress_Folder_de.pdf


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